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Einsatz von DU-Munition (Abgereichertes Uran, Depleted Uranium)
Besorgte Bürger beschäftigt die Gesundheit von Soldaten oder der Bevölkerung, die in Gebieten lebt, in denen Uran-Munition (DU=Depleted Uranium)) eingesetzt wurde. Mögliche Gefahren oder Risiken im Zusammenhang mit Munition müssen im öffentlichen Diskurs angesprochen werden. Gleichwohl ist das Thema stark emotionalisiert.
DU ist abgereichertes Uran und entsteht zum Beispiel als Abfallprodukt der Atomindustrie. Durch seine hohe Dichte ist es anderthalb mal so schwer wie Blei. Aufgrund dieser Eigenschaft wird es in den Streitkräften verschiedener Länder einerseits zur Panzerung von Gefechtsfahrzeugen eingesetzt, oder andererseits zur Erhöhung der Durchschlagskraft von panzerbrechenden Waffen. Als Teil von panzerbrechenden Geschossen beruht der Wirkungsschwerpunkt von DU auf kinetischer Energie. Anders als zuweilen unterstellt, leistet die Radioaktivität von DU keinen Beitrag zu seiner Wirksamkeit als Waffe.
Nach der in der Fachwelt vorherrschenden Meinung, ist die Gefährlichkeit der Strahlung von DU-Munition zu vernachlässigen. Eine Person müsste sich ein ganzes Jahr lang in einem Meter Entfernung von einem Kilogramm DU aufhalten, um eine Strahlendosis von 1-2 Millisievert aufzunehmen. Ein Kilogramm DU entspricht ca. drei bis vier kompletten Geschoßkernen eines amerikanischen A-10 Kampfflugzeuges. Die genannte Dosis liegt zwar über dem für den Normalbürger festgelegten Grenzwert von einem Millisievert pro Jahr, aber noch unterhalb der durch die natürliche Hintergrundstrahlung entstehenden Belastung von etwa 2,4 Millisievert.
Auch die Giftigkeit des DU, ist differenziert zu betrachten. Zwar stimmen Experten darin überein, dass die chemische Gefährlichkeit von DU höher einzuschätzen ist als die radiologische. Diese chemische Gefährlichkeit bezieht sich jedoch eher auf die möglichen schwermetallüblichen Auswirkungen von Uran auf die Nierenfunktion, als auf die oftmals mit DU-Munition in Verbindungen gebrachten Leukämie-Erkrankungen. Zu den möglichen Risiken, die von Schwermetallen für die inneren Organe ausgehen, gibt die einschlägige Fachliteratur Auskunft. Aufgrund der Erfahrungen nach dem Einsatz von DU-Munition, ist von einer flächigen Kontamination allerdings nicht auszugehen. Die Weisungen für Soldaten im Umgang mit DU-Munition entsprechen im Übrigen den allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen für den Umgang mit giftigen Stoffen.
Die Frage der Anwendung von DU-Munition in bewaffneten Konflikten wird in den NATO Gremien gegenwärtig nicht diskutiert und auch absehbar nicht behandelt. Es gibt auch keine einheitliche Haltung der NATO-Mitgliedstaaten zum zukünftigen Einsatz von DU-Munition.
Die Bundeswehr verfügt nicht über DU-Munition und wird diese auch in Zukunft nicht beschaffen. Deutsche Unternehmen sind nicht an der Produktion von DU-Munition beteiligt. Vielmehr greift die Bundeswehr auf Munition zurück, die auf dem Metall Wolfram basiert. Diese Munition verfügt bei besserer Leistungsentfaltung nicht über die Nachteile der DU-Munition. Der Panzerschutz der deutschen Fahrzeuge basiert ebenfalls nicht auf DU-Material. Vielmehr ist es der deutschen Industrie gelungen, durch die Kombination von verschiedenen Verbundstoffen ein Schutzniveau zu erreichen, wie es selbst mit DU nicht möglich ist. Die genannten Alternativprodukte sind in der Herstellung teurer als die DU-Verfahren.
Für den tieferen Einstieg in Thematik bieten sich an: